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Als London unterging

Als London unterging Ein junger, afrikanischer Asylbewerber namens London ertrinkt in einem See unseres Landes. Der Rettungsversuch zweier einheimischer Freunde kommt leider zu spät. Der Todesfall stellt die zuständigen Behörden an seinem Wohnort vor etliche Probleme. Der Afrikaner war alleinstehend und ohne Verwandte in der Schweiz. Bloss eine Handynummer aus seiner Heimat Zimbabwe ist bekannt, doch niemand geht ans Telefon, auch nicht, wenn man es hundert Mal versucht. Schliesslich wird der Fall abgeschlossen, nach bestem Wissen und Gewissen, versteht sich, vor allem aber kostengünstig: Eine Urnenbeisetzung im lokalen Gemeinschaftsgrab. Friede seiner Asche.
Doch die Freunde des Verstorbenen wollen die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Sie versuchen weiterhin, die Familie in Afrika zu kontaktieren. Ihretwegen steht dann auf einmal Londons Tante vor der Tür. Tete Tendai ist entsetzt: „Verbrannt habt ihr ihn?! Maiweh! Das ist schlimm.“ In der Folge dieser Erkenntnis geraten sich die einheimischen Beteiligten mehr und mehr in die Haare und als sich direkt vor dem Haus, wo London lebte, ein Verkehrsunglück ereignet, hat die angereiste Fremde dafür ihre eigene Erklärung: Die Geister, die Ahnen des Verstorbenen – sie sind in Aufruhr geraten! Sie gilt es zu besänftigen, sonst wird es weder Frieden noch Ruhe geben. Dafür wäre jedoch eine ganze Truppe von Fachkräften aus Zimbabwe einzufliegen. Und die Kosten dafür müsste natürlich die Gemeinde bezahlen, die das spirituelle Desaster mit ihrem Vorgehen bei Londons Beerdigung überhaupt erst verschuldet hat.

130 x 200 mm, brosch., ca. 260 Seiten
Fr. 28.00
ISBN: 978-3-85830-210-6
Erscheint am 24. Oktober 2016 im orte Verlag



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